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Eine Weihnachtsgeschichte

Wie die meisten Leser dieses Blogs ja wissen beschäftige ich mich gezwungenermassen mit dem Thema Blindenführhunde, da meine Menschen beide ziemliche Blindfische sind .
Das Thema Führhund ist ein ganz schwieriges Thema .
Es gibt ganz sicher gute Führhundschulen , aber es gibt ganz sicher auch sehr viele schwarze Schafe unter den Führhundschulen , die Hunde nach total veralteten Methoden ausbilden , die nur ans Geld denken , denen es egal ist was mit dem Hund nach der Ausbildung passiert, die bei Problemen vom Blinden mit dem Hund nicht mehr bereit sind zu helfen….und und und.

Genauso gibts natürlich auch Blinde , die ihren Führhund wirklich nur als Hilfsmittel und Führroboter sehen der immer funktionieren muss und die nicht auf die Bedürfnisse des Hundes eingehen . Denn auch ein Blindenführhund ist ein stinknormaler Hund mit Bedürfnissen die jeder Hund hat und auch ein blinder Hundehalter muss seinem Hund all diese hündischen Bedürfnusse befriedigen . Nur dann ist der Hund glücklich und ein glücklicher Hund arbeitet besser und vor allen Dingen arbeitet er gerne .

Ich finde es vorbildlich und toll wenn eine Führhundschule immer , auch noch nach Jahren für ihre ehemaligen bei ihnen ausgebildeten Hunde da ist und sich verantwortlich fühlt .
Noch vorbildlicher finde ich es wenn sie aus Hilfsbereitschaft auf den grössten Teil der Ausbildungskosten verzichtet , nur um einem Menschen zu helfen .

Entsetzlich finde ich , wenn diese Hilfsbereitschaft schamlos ausgenutzt wird und solch hilfsbereite Menschen auch noch verarscht werden .

So und jetzt zum wichtigen Teil dieses Beitrages . Kopiert , mit freundlicher Genehmigung der Blindenführhundschule Claudia Köhlein .
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Eine Weihnachtsgeschichte! (ohne Happy End)

Es war vor neun Jahren zur Weihnachtszeit. Ein großer Radiosender hatte wieder aufgerufen für die Stiftung zu spenden, um unschuldig in Not geratenen aus Bayern zu helfen. Die Geschichte eines junges Mannes wurde vorgestellt. Er erzählte, daß er durch einen unverschuldeten Autounfall erblindet sei. Da er privat versichert sei, übernehme seine Krankenkasse die Kosten für einen Blindenführhund nicht. Er würde ihm aber helfen, um wieder selbständig am Leben teilzunehmen.

Ich hörte die Geschichte, und dachte mir, warum anstatt Geld nicht meine Arbeitskraft zur Verfügung zustellen.
Ich nahm also Kontakt mit der Stiftung auf, um mich zu versichern, daß alles geprüft wurde und seine Richtigkeit hat. Man versicherte mir, daß alles genau geprüft wurde. Ich bot an, einen Hund kostenlos auszubilden, aber nur, wenn ich vorher mit dem Mann Kontakt aufnehmen könne, um seine Lebensverhältnisse kennenzulernen.

Die Stiftung stellte den Kontakt her, und ich traf mich mit dem Mann. Er wohnte in einer kleinen Stadt zusammen mit seiner Frau (so stellte er sie vor).
In der Küche tranken wir einen Kaffee und unterhielten uns. An einem Schlüsselbrett hingen lauter Namensschilder einer großen Fastfoodkette mit seinem Namen aber Dr.
Ich dachte mir noch, wie bescheiden, nicht mit seinem Doktortitel zu protzen.
Lange unterhielten wir uns über seinen Alltag. Seine „Frau“ war die ganze Zeit dabei anwesend. Ich machte ihm klar, daß ich sehr gerne einen Hund für ihn ausbilden würde, aber sollte aus irgendeinem Grund es nicht mehr möglich sein, sich artgerecht um den Hund zu kümmern, müsse er auf jeden Fall zu mir zurück.
Für mich stand und steht der Hund immer an erster Stelle!!!!!!

Ich nahm wieder Kontakt zur Stiftung auf, und sagte ztu, einen Hund kostenlos auszubilden. Die Stiftung sagte zu, sich mit 5000,- Euro zu beteiligen.

Ich suchte nach einem passenden Hund. Nach einigen Monaten Suche, fand ich eine tolle einjährige Schäferhündin.
Die Gesundheitschecks verliefen alle positiv. Auch vom Wesen her war sie ein Traum.

Ich teilte dem jungen Mann mit, daß ich eine geeignete Hündin gefunden habe und mit der Ausbildung beginnen würde.
Tränenreich bedankte er sich.
Während der Ausbildung kam der junge Mann ein paar mal mit seiner „Frau“, um schon den Hund kennenzulernen.
Die Chemie passte

Nach über einem Jahr Ausbildung war es soweit. Es begann die Zusammenschulung mit dem Mann und der Hündin. Erst zehn Tage bei mir vor Ort, und dann Über Wochen verteilt an seinem Wohnort.
Jeden Tag wurde Freilauf und die Arbeit im Führgeschirr geübt.

Wir blieben in regelmässigem Kontakt, und der Mann schwärmte immer wieder, wie toll diese Hündin sei.

Der Mann kam auch mit seiner „Frau“ zu einer Vorstellung, wo ich mit meiner Führhundschule gebucht war.
Auch nahm er an einem Schulprojekt an meiner ehemaligen Schule teil.

Stolz schickte er mir immer wieder Zeitungsartikel über sich, wo er mit seiner Hündin Schulen besuchte.
Was mich aber stutzig machte war, daß in diesen Artikeln immer wieder stand, daß er den Hund im Wert von 25.000 Euro selbst bezahlen mußte.

Ich sprach ich darauf an, daß ich es nicht fair fand den Spendern gegenüber, immer wieder zu behaupten, er habe den Hund selbst bezahlen müssen.
Daraufhin brach der Kontakt zu ihm ab.

Nach zwei Jahren Funkstille bekam ich letztes Jahr im September einen Anruf von seiner Frau.
Das war aber nicht die Frau, die ich kennengelernt habe.

Sie erzählte mir, daß der Mann versucht habe. sich umzubringen. In seinem Abschiedsbrief hat er bestimmt, den Hund als erstes zu mir, oder ins Tierheim zu geben.
Sie wollte mich persömlich treffen, um mir einige Dinge zu dem Mann zu erzählen.

Wir trafen uns am nächsten Tag bei mir. Was ich dann erfahren habe zog mir erst einmal den Boden unter den Füßen weg.

Nein……der Mann war kein Doktor, sondern war verurteilt worden , wegen Titelmissbrauchs.
Die Frau, welche ich kennengelernt hatte, war zu der Zeit gar nicht mehr seine Frau. Diese Ehe wurde annulliert!!! Genau aus diesen Gründen, dass er sich als was ausgegeben hat, was er nicht war.

Diese Frau hat mich in meinen Augen also auch bewusst getäuscht! Warum???? Sie trägt bis heute seinen Namen!!!!????

Die aktuelle Frau erzählte mir auch, dass die Hündin seit mindestens vier Jahren keinen Freilauf mehr bekommen hat.

Es gab einen Beißvorfall mit einem anderen Hund. Das Ordnungsamt schaltete sich ein.

Der Mann ließ ein Gutachten über den Hund erstellen. Wie wir rausgefunden haben, war der Mann mit der Gutachterin befreundet. Logisch, daß das Gutachten positiv ausfiel.
Nach dem Gutachten gab es einen Biss gegenüber einem Schaffner, welcher dem jungen Mann nur aus dem Zug helfen wollte.

Die Hündin reagierte äusserst heftig auf andere Hunde.
Die Frau erzählte mir auch, daß bei einem Schulbesuch sich die Hündin losriss und ein Kind ins Bein zwickte. Es war auch gerade ein Reporter von der Zeitung anwesend.
Um die Hündin bei Schulbesuchen ruhig zu stellen, gab der Mann ihr Beruhigungstabletten.

Wir begannen Unterlagen zu sichten. Der Mann befand sich ja noch in der Klinik. Dort fanden wir Unterlagen, dass der Mann schon seit vielen Jahren tablettenabhängig war. Wir fanden gefälschte Urkunden, Lenbesläufe Promotionsurkunden….und sogar die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes!!

Er war mit drei!!!!! verschiedenen Doktortiteln unterwegs.
Selbst als er in der Koinik war, hat er eine neue EC-Karte beantragt von einer Bank, in der nur Ärzte oder Apotheker zugelassen sind. Natürlich wieder mit Dr.

Wir fanden auch die Akte von seinem Autounfall.
Er hat mir gesagt, daß er als Manager mit seinem Porsche auf der Autobahn unterwegs war, geschnitten wurde, und dann die Unfall passierte.
Diese Geschichte hat er auch immer wieder gerne in der Zeitung erzählt.
Fakt ist, der Unfall fand an einem Wochenende statt. Er befand sich gerade in der psychiatrischen Klinik. Es war auch kein Porsche!

Wir fanden noch so viele Dinge, die hier den Rahmen sprengen würde.

Alles nur Lüge!!!

Ich nahm Kontakt mit der Stiftung auf. Aber heir wurde nur gesagt, daßß der Betrag zu klein war, um sich rechtlich einzuschalten.

Für mich war klar, der Mann hatte mich getäuscht, dem Hund ging es nicht gut…….er geht nicht mehr zurück!!

Aber der Mann ging vor Gericht, um seinen Hund rauszuklagen.

In einem Telefonat moit dem Mann machte er ganz deutlich klar, er würde so lange klagen, egal ob der Hund bis dahin tot sei. Er würde eh einen neuen bekommen.

Wir gingen also vor Gericht. Dem Gericht geht es aber nur darum, wem der Hund gehört. Obwohl wir alles darlegten, war es egal.

Die Hündin hat nun seit über einem Jahr ein tolles Zuahuse mit viel Freilauf, Hundekontakt schmusen und ein stabiles Umfeld.

EGAL!!!

Ich fühle mich so machtlos, weil ich das Gefühl habe, dann wenn es Probleme gibt, und dann noch mit einem Blinden, alle nicht helfen möchten.
Die Stiftung, die Presse, das Gericht…..egal, obwohl alle Dokumente vorliegen.

Mein Bestreben, was Gutes zu tun, ging also völlig nach hinten los. Ich wurde mit Anwalts- und Gerichtskosten noch mehr bestraft.

Das schlimmste ist aber die Ohnmacht, wenn die Hündin wieder zurück muss. Sie wird zehn Jahre alt, und hat doch ein tolles Leben verdient!!!

Dies darf gerne geteilt werden! Ich hoffe, dass dies viele lesen, und es vielleicht für die Kleine doch ein gutes Ende nimmt!!!

Danke fürs Lesen und eine besinnliche Weihnachtszeit.

Blinde Wanderer zwischen Hitdorf und Monheim

Wir waren wieder mal besonders mutig ´und haben eine Wanderung in total fremder Umgebung gemacht .

Bei der Aufzeichnung ist wohl etwas falsch gelaufen,

Es sieht aus als wären wir das erste Stück unserer Wanderung geflogen . Das sind wir natürlich nicht .

Der Freund unseres Menschenkindes fuhr uns mit dem Auto nach Köln Langel zur Fähre und setzte uns da aus.

Die Wanderung begann in Hitdorf , das gehört zu Leverkusen.

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Wir fuhren dann mit der Fähre rüber auf die andere Rheinseite nach Hitdorf.

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Ich bin ja immer ganz aufgeregt , wenn ich Schiff fahren darf. Ich liebe Schiff fahren , das finde ich fast noch besser als Auto fahren . Am liebsten wäre ich Matrosin , dann könnte ich den ganzen Tag auf einem Schiff sein.

Die Fahrt dauerte leider gar nicht lange , schon waren wir auf der anderen Seite .

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Wir gingen diesmal sogar ohne Navigation . Wir schauten nur ab und zu auf die Karte um uns unseren Standort anzeigen zu lassen . Alles klappte ganz gut .

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Wir fanden sehr schöne WEge und mehrere sehr schöne Seen.

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Ich testete natürlich überall das Wasser ! Das macht mir Spass!  Testergebnis Stiftung Diva Wassertest : Sehr gut!

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Aber auch Donna kühlte sich ihre Pfoten mal ab.

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Das nenn ich mal schöner wohnen. Ein Haus mit Wiese auf der Rehe wohnen , mit Aussicht direkt auf den See! Beneidenswert ! 🙂

Ich persönlich hätte dann nur gerne ein Loch im Zaun , damit ich auch direkt zum See zum baden gehen könnte.

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Ich wie immer , direkt am Wasser

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Zwischendurch mussten wir auch mal eine Pause machen um etwas Kraft zu sammeln! 🙂

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Hier eine ganz seltene braune Pusteblume

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Endlich wieder am Rhein

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Die Rückfahrt auf die andere , richtige Seite traten wir dann mit dem Piwipper Böötchen an , wo wir als VIP Gäste an Bord konnten. Das Böötchen fuhr doch tatsächlich für uns alleine auf die andere Seite . Das fand ich echt nett vom Kapitän .

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Etwas lustiges ist bei dieser Wanderung auch noch passiert , das muss ich Euch erzählen.

Herr Blindi traute nicht so ganz den Streckenansagen die Frau Blindi machte . Zur Sicherheit wollte er jemanden nach dem richtigen Weg fragen . Aber viele Menschen begegneten uns nicht gerade .

Dann , auf einem einsamen Feldweg , kam ein alter Mann mit Hund uns entgegen.

Herr Blindi fragte ihn nach dem Weg .

Der Mann brachte ein paar unverständliche Laute hervor .

Herr Blindi wiederholte seine Frage .

Wieder ein paar unverständliche Laute .

Plötzlich , Herr und Frau Blindie sahen es gleichzeitig ….dieser Mann schien wohl ein Taubblinder Mensch zu sein , denn er trug das Führhundgeschirr seines Hundes , der wohl gerade Freizeit hatte über der Schulter!

Wir fanden es irgendwie lustig .

Da treffen auf einem einsamen Feldweg drei Blindies aufeinander und zwei davon fragen den dritten nach dem Weg.

🙂

Die zweite lustige Sache war .

Wir gingen auf einem kombinierten Fuss/Radweg an einer Rad fahrenden Familie vorbei , die gerade auf einer Bank eine Pause machten.

Das Kind sagte zu seiner Mutter:

Guck mal Mama , die beiden spielen das sie Blind sind ! Oder sind die wirklich blind?

🙂

 

Tja , selbst die kleinen Kinder , halten uns schon für Simulanten . Damit muss man halt leben!

Liebe Grüsse Diva

 

 

 

Langweilige Tage – Frau Blindis Abenteuer

Kuckuck, da bin ich wieder!

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20140402_155311Es ist hier nichts wirklich spektakuläres passiert . Alles voll langweilig!

Hier war ich bei meinem Menschenopa im Garten und hab dort verstecken gespielt , während meine Menschenfrau Zäune angestrichen hat.

War etwas langweilig , ausserdem stinkt die eklige Farbe ! Ich frag mich wieso das immer wieder angestrichen werden muss , das ist doch total unnütze Arbeit und Zeitverschwendung. Ich wette nächstes Jahr steht sie wieder da und streicht die Dinger an….immer wieder das selbe! Sie hat bestimmt Langeweile!

Ich hab mich mit wichtigeren Dingen beschäftigt , Steine sortieren! 🙂

20140402_155409An einem anderen Tag musste sie zum Augenarzt , einer Gutachterin , ihr graute es schon lange vor diesem Termin.

Sie hasst Augenärzte , wie ich Tierärzte hasse , aber was nutzt es ? Was sein muss , muss sein!

Sie wusste schon das das ewig dauern wird . In der Einladung stand schon das sie 5 bis 6 Stunden einplanen soll.

Dazu muss man noch die Hin und Rückfahrt von ca einer Stunde rechnen . Das kann ja lustig werden, dachte ich mir!

Was sollen denn Donna und ich die ganze Zeit machen?

Mir persönlich wär das ja noch egal , ich kann auch locker 8 Stunden am Stück schlafen , aber der Donna hätte das gar nicht gepasst.

Sie bachte uns weg!

Weg…an einen Ort den ich zwar kannte , aber noch nie länger da war.

Wir durften an diesem Tag zu meinem Menschenmann ins Büro!

Zum Glück war der andere Bürohund an diesem Tag nicht da , so das wir das ganze Büro für uns alleine hatten.

Anfangs lagen wir nur vor der Türe , denn wir dachten das die Menschenfrau sofort wieder kommt.

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Sie kam aber nicht! .(

Wir machten dann mal einen Rundgang durchs Büro, schauten uns alles an , schnüffelten alles ab und legten uns dann unserem Menschenmann zu Füssen.

Auch dieser Tag ging langweilig vorbei und als die Menschenfrau abends wieder kam , freuten wir uns wie Bolle und sie war auch froh wieder bei uns zu sein.

Sie war zwar etwas fertig , weil diese Untersuchungen immer sehr anstrengend sind , aber sie sprach nur sehr gut von der Ärztin . Sie fand sie nett …und das will schon was heissen! Speziell bei Augenärzten ist sie genauso misstrauisch wie ich bei Tierärzten bin.

Doof ist nur für sie , das sie am liebsten gar nicht mehr wissen will was alles mit ihren Augen nicht stimmt , denn bei fast jedem Augenarztbesuch kommt etwas neues hinzu, woran man aber leider nichts ändern kann.

Naja , das ist im Prinziep auch ziemlich egal und unwichtig !

Denn im Grunde sind meine Menschen es selber Schuld das sie nur noch so wenig sehen !

Ja , sie haben sich das Leid selber angetan!

Soll ich euch sagen warum? O.K. Ausnahmsweise zeige ich als Beweisfoto ein Bild meiner Menschen. Dann seht ihr es selbst! Schaut euch das T Shirt an, die Köpfe sind unwichtig!

10169410_1463569410541825_2009496289_nNa ? Seht ihr?

So nun komm ich so langsam zum Ende !

Eine Stoty habe ich aber noch .

Ein kleines Abenteuer haben wir dann doch noch in den letzten Tagen erlebt .

Hier das Bild zum Abenteuer:

20140407_124714Und hier die Geschichte dazu :

Wenn die orientierungslose Frau Blindi  ein Abenteuer sucht ….

Dann packt sie ihren Rucksack und nimmt sich ihre beiden Hunde und zieht los zur nächsten Bushaltestelle.
Sie lässt sich irgendwo ins nirgendwo fahren und steigt aus um einen schönen Waldspaziergang zu machen.


Dieser Wald ist der Frau Blindi  schon oft zum Verhängnis geworden , weil sie sich schon oft drin verlaufen hat .
Zeitweilig hat sie sogar diesen Wald gemieden , weil sie Angst hatte sich wieder zu verirren.
Aber eine echte Frau Blindi  gibt nicht auf und probiert es immer wieder .


Irgendwann muss sie den Wald doch auch mal wie ihre Westentasche kennen.


Und wozu gibt es Smartphones mit tollen Navigationsapps . Man braucht als Orientierungslose keine Angst mehr zu haben !
Eigentlich wollte sie sich von der tollen App einen Tourvorschlag machen lassen, aber leider hatte diese App wohl gerade Pause und verweigerte ihr den Zugriff .


Na dann eben ohne App.
Munter narschierte sie mit den Hunden los .
Es war so schön friedlich hier im Wald .
Es duftet nach frischen grün , die Vögel zwitschern , das Licht der Sonne dringt durch das Blätterdach….. die Hunde geniessen die fremde Strecke, die Frau Blindi geniesst auch .


Die ungefähre Richtung die sie laufen wollte hatte sie im Kopf, aber nach einer ganzen Weile wusste sie nicht mehr weiter .


Sie versuchte nochmal diese nette App um Hilfe zu fragen , diese hatte aber wohl heute ihren freien Tag und wollte ihr nicht antworten.
Na gut , dachte sich Frau Blindi , dann frag ich halt Google Maps .
Aber auch die Tante Google war heute gar nicht hilfsbereit .
Sie sagte sie hätte keine Verbindung zum Internet .


Mitten im fremden Wald war nun das Rotkäpchen ähhhh ich meinte die Frau Blindi , ganz allein auf sich und ihre bösen Wölfe  ähhh Hunde gestellt .


Weit und breit kein Mensch zu sehen den man vielleicht nach dem Weg fragen könnte.
Zum Glück hatte sie ein Fässchen ähh eine Flasche Wasser für die Hunde mit , die sonst garantiert den qualvollen Tod des verdursten hätten sterben müssen.


Es war schön…sie lief weiter bis zur nàchsten Waldwegkreuzung und wusste nun gar nicht mehr weiter.


Sie setzte sich einen Moment auf die Bank und genoss weiter.


Dann endlich …sie hörte etwas .


Es näherte sich eine Person mit 5 bis 6 Hunden.
Ahrrg ! Hundebegnungen wollte sie eigentlich heute aus dem Weg gehen , weil der Collie im Moment sehr paarungsbereit ist .
Der Collie oder besser die Collie ist auf Männersuche und schmeisst sich jedem x beliebigen Köter an den Hals
Trotzdem fragte sie diese Hundebesitzerin nach dem Weg .


So schafften sie es dann doch noch , heil ohne Blasen an den Füssen aus dem Wald wieder rauszukommen und irgendwie haben sie es auch wieder geschafft auf bekannte Wege zu kommen.
Was lernen wir daraus ?
Schenke deinem Smartphone und erst Recht keiner App dein blindes Vertrauen !
Auch sie können dich im Notfall in Stich lassen !

 

Liebe Grüsse an Euch alle

Bis bald Eure Diva

Es sieht nur so aus!

Ich komme aus unserem Haus , wir sind auf dem Weg zum Rhein. Ich hab ziemlich Druck auf der Blase , also hocke ich mich hin und mache Pipi.
Plötzlich ruft ein alter Mann von der anderen Strassenseite: ‚Das kann man auch aufheben! ‚
Ich ruf zurück : ‚ Bevor sie rummeckern, schauen sie doch erstmal genau hin! Es sieht vielleicht für sie so aus als ob ich Kacke, aber ich habe Pipi gemacht! Soll Frauchen etwa in einer Suppenkelle mein Pipi sammeln?‘
Er antwortete nur : ‚ Ja, Ja!

Für manche sieht es so aus als ob ich kacke obwohl ich Pipi mache!

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Ein anderes mal , waren wir auf dem Weg zum Wald.
In meinem Darm zwickte es . Ich musste ein Häufchen machen, also hockte ich mich mit rundem Rücken hin und quetschte es raus!
Frauchen , stand daneben, Tüte zum aufsammeln schon in der Hand , da kommt ein Mann auf dem Rad vorbei und brüllt: ‚ Das kostet 25 Euro! ‚
Der fuhr so schnell weiter , das ich gar nichts mehr sagen konnte.
Ich dachte mir nur : ‚ Du Doofi , sie hat doch die Tüte schon in der Hand , auch wenn es für dich schon so aussieht als ob wir es liegen lassen, wir sammeln IMMER auf!

Für manche sieht es so aus , als würden wir unsere Hinterlassenschaften nicht aufsammeln , obwohl wir das immer tun!

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Wir gehen durch die Stadt. Manche Leute haben Angst vor mir und wechseln die Strassenseite wortlos. Manche sagen : ‚ Das ist aber ein gefährlicher Hund! ‚

Wenn meine Menschenfrau dann fragt warum ich denn gefährlich sei , dann bekommt sie oft als Antwort: ‚ Na , der sieht halt gefährlich aus , der ist gross und schwer und viel stärker als sie, ausserdem hat der schon so ein mürrisches Gesicht! ‚

Mein Frauchen erklärt dann den Menschen das ich für mein Gesicht nichts dafür kann und das es immer so aussieht und das ich gar nict gefährlich bin, im Gegenteil, ich tu doch keiner Fliege etwas zu leide!

Für manche sieht es so aus als ob ich gefährlich wär!

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Wir sitzen im Bus ! Menschen mit und ohne Kinder steigen ein. Das stört uns nicht. Dann hören wir : ‚Oh, das ist ja ein Lassie ! ( sie meinen natürlich nicht mich , sondern Donna)  Die Mutter sagt zu ihrem Kind : ‚Den darfst du bestimmt mal streicheln , denn Lassies sind immer lieb und mögen Kinder und mögen auch immer gestreichelt zu werden ! ‚

Das Kind ist schon auf dem Weg zu Donna , es wird aber dann von unserer Menschenfrau gestoppt!

Denn , unsere ‚Lassie‘ ist nicht wie Lassie aus dem Fernsehen, sie mag es überhaupt nicht von jedem gestreichelt zu werden und sie mag es ganz und gar nicht wenn aufdringliche Kinder einfach auf sie zu kommen. Und wenn man das nicht respektiert , ja dann kann ‚unsere Lassie ‚auch ziemlich gefährlich werden!

Es ist halt nicht immer Lassie drin , was wie Lassie aussieht ! 🙂

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Wir gehen vor unserem Haus entlang . Der einzige Erzfeind den ich habe begegnet mir , Nachbarshund Max. Er bellt und knurrt wie verrückt . Er ist ohne Leine und er kommt bellend und knurrend auf mich zugerannt, traut sich dann aber doch nicht!

Ich lass mir von dem Terrortier doch nichts sagen, belle und knurre zurück , ziehe an der Leine , ich will zu ihm hin.

Passanten sehen das und was höre ich ?

‚Das ist aber ein gefährlicher Hund ! ‚ sie meinten mich

Das Max , mit dem Terror angefangen hat und immer noch dabei ist während ich schon meinen Mund wieder halte und weiter gehe , interessiert sie nicht. Denn Max ist ja ein kleiner Hund und kleine Hunde dürfen scheinbar alles!

Tja und auch hier sieht es wieder so aus , als ob der kleine Max ungefährlich sei!

Manchmal sieht es halt nur so aus!

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Es geht aber nicht nur mit uns Hunden so , meine Menschenfrau könnte noch einige andere Beispiele aufzählen. Erfahrungen die sie selber gemacht hat.

Eine , z.b ist, das sie häufig für unfreundlich gehalten wird , weil sie ein mürrisches Gesicht macht und nicht grüsst!

Dazu eine kurze Erklärung , wenn sie nicht grüsst , dann hat sie die Personen nicht gesehen, denn sie ist eigentlich ein sehr freundlicher Mensch.

Ein mürrisches Gesicht hat sie , weil sie oft hochkonzentriert über die Strasse läuft , damit sie auch ja nichts übersieht!

Manchmal sieht es halt nur so aus!

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Was meine Menschenfrau immer wieder hört und was ihr auch manchmal mächtig auf den Keks geht ist:

‚ Sie sehen aber gar nicht so aus , als ob sie so sehbehindert sind! ‚

Wie bitteschön muss man denn aussehen wenn man nicht gut sieht?

Das schlimmste was ihr je passiert ist , liegt schon einige Jahre zurück. Es war auf einem Amt und es ging um ihren Behindertenausweis, da sagte der Mann hinter dem Schreibtisch : ‚ Nein, sie haben keinen Tunnelblick! Ich kenne Leute die das haben und die sehen ganz anders aus als sie ! Die bewegen sich auch ganz anders als sie! Sie haben das nicht! ‚

Da musste selbst meine hartgesottene Menschenfrau ersteinmal schlucken. Hatte sie sich getäuscht ? Hat sie wohlmöglich gar keine Augenerkrankung obwohl mehrere Ärzte und Kliniken es Attestiert haben. Hat sie sich das alles eingebildet? Ist sie eine Simulantin und ist gar nicht ‚gesetzlich blind‘ ?

Nach dreimal schlucken fand sie ihre Worte aber wieder und sagte diesem Menschen : Bevor sie noch ein Wort sagen, schauen sie bitte zuerst in meine Unterlagen, dort sind Atteste von verschiedensten Ärzten und Kliniken, auch wenn ich gerne drauf verzichten würde ich habe leider diese Augenerkrankung! ‚

Der Mann schaute in die Akten und es war im dann auch sehr unangenehm so etwas gesagt zu haben. Er entschuldigte sich sehr dafür!

Manchmal sieht es halt nicht so aus!

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Auf folgendem Bild seht ihr kein Glühwürmchen, auch wenn es so aussieht! 🙂

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Was möchte ich mit diesen Erzählungen sagen?

Es sieht manchmal im Leben nur so aus!

Seht nicht immer nur das was ihr sehen wollt!

Manchmal lohnt sich auch nachfragen und sprechen! 🙂

Schlimmer als blind sein, ist nicht sehen wollen.

Wladimir I. Lenin

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So, zum Schluss noch etwas sehr schönes!

Der Postbote hat uns heute eine Überraschung gebracht!

Eine Wundertüte!

In dieser Wundertüte war ein ganz tolles, hochwirksames Medikament gegen die Textilblindheit!

Geschickt wurde uns dieses Medikament von Frau Dr. Joy Schnuckenhund !

Danke liebe Joy! Dickes Schlabberbussi von uns allen!

Wir haben uns sehr über diese Überraschung gefreut!

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Bis bald

Eure Diva

Blinder Humor

Meine Menschen sind ja ziemlich bescheuert.

Die verarschen sich auch oft gegenseitig, beide etwas blind , spielen sie schonmal verstecken 🙂 ohne sich zu verstecken, weil sie sich einfach nicht immer direkt sehen.

Herr Maulwurf lebt sehr gefährlich , wenn er in der Küche rum läuft während Frau Blindschleiche kocht.

Er wäre schon einige Male  fast ins offene Messer gerannt, weil Frau Blindschleiche da mit Messer in der Hand hin und her rennt.

Seitdem hat er Küchenverbot , wenn Frau Blindschleiche dort werkelt . ( Spülen darf er aber helfen)

Einmal hat Frau Blindschleiche etwas auf dem Herd gekocht und gleichzeitig auf der Terasse gegrillt.

Sie rannte immer hin und her , zwischen Küche und Grill der auf der Terasse stand.

Auf einmal machte es PONG!

Da hat der Herr Maulwurf die Terassentür zugemacht und Frau Blindschleiche ist volle Kanne gegen die geschlossene Glasscheibe gelaufen.

Die hat vielleicht Sternchen gesehen. Ausserdem dachte sie ihre Nase wäre gebrochen.

Dem Herr Maulwurf tat das natürlich schrecklich leid  und er hatte ein schlechtes Gewissen, aber nachdem der erste Schmerz vergangen war , konnten sie gemeinsam drüber lachen.:)

Naja, solche Geschichten sind hier an der Tagesordnung und die Frau Blindschleiche ist auch nicht ohne.

Einmal hätte der Herr Maulwurf fast das Menschenkind geküsst ( er ist nicht der Vater) , das auf dem Stuhl sass , weil sie von hinten genauso aussieht wie die Frau Blindschleiche 🙂

Ich bin ja schon froh das die uns Hunde nicht verwechseln. Vielleicht haben sie sich auch deswegen zwei so ganz verschiedene Rassen angeschafft?

Gestern war dem Herr Maulwurf wohl wieder nach veräppeln., obwohl er gestern beim Zahnarzt war.

Auf der Arbeit hatte er wohl nicht genügend zu tun, denn er schickte der Frau Blindschleiche eine Whatsapp Nachricht.

Sie hat sie gelesen , als wir vom Spaziergang nach Hause kamen und bekam einen Lachkrampf.

Hier die Nachricht ( mit Erlaubnis des Herrn Maulwurfes)

Hallo , mein Name ist Maulwurf , ich habe jetzt Bock auf eine Currywurst und ein Weizen.

Gibt es auch andere mit ähnlichem Verlangem?

Ansonsten habe ich keine besonderen Hobbys.

Du findest mich auch unter

‚PartnermitdemStock‘ de , für Blinde mit Niveau und einem weitem Horizont!

P.S. Mir fehlen drei Zähne , ist beim küssen aber nicht hinderlich, ganz im Gegenteil!

🙂

Ich sach Euch, die sind hier bescheuert!

Liebe Grüsse

Diva

P.S. Noch einen:

Letzte Woche gingen wir die Strasse entlang , da rief ein Mann von der anderen Strassenseite :

Was ist das für ein Ding da?

Frau Blindschleiche: Welches Ding?

Mann: Ja das Ding da vorne!

Frau Blindschleiche : Es tut mir leid , ich weiss nicht welches Ding sie meinen? und suchte nach ‚ dem Ding‘

Mann: Ach, ist das ein Blindenstock?

Frau Blindschleiche , mit Stock in der Hand und Blindenarmbinde am Arm : Nein, das ist eine Wünschelrute!

🙂

Manchmal fehlem einem die Worte!

Diva klärt auf : Warum und wie manche Blinde sehen können.

Die meisten Menschen denken immer blind ist blind. Ein blinder Mensch sieht nichts.

Das ist aber nicht immer so.

Ab einemgewissen Grad der Sehbehinderung , gilt man als ‚gesetzlich blind‘ , man sollte sich im Strassenverkehr als ‚blind‘ kennzeichnen, das geht mit einem weissem Stock, oder mit Blindenarmbinden. Man sollte das machen , damit andere Verkehrsteilnehmer sofort sehen : AHA , DER / DIE SIEHT NICHT RICHTIG: HIER MUSS ICH AUFPASSEN.

Bei Nichtkennzeichnung im öffentlichen Strassenverkehr , kann dem blinden Menschen im Falle eines Unfalles die Schuld/ Mitschuld zugesprochen werden, selbst wenn er nicht Schuld war.

Sehr oft werden meine Menschen gefragt , warum sie denn den Stock dabei haben , oder Armbinden tragen. Sie würden doch noch etwas sehen.

Klar sehen die noch etwas, es ist aber nicht viel und sie ÜBERSEHEN auch oft viele Dinge.

Mit den Blinden ist es ähnlich wie mit den Rollstuhlfahrern.

Es gibt auch Menschen , die sitzen im Rollstuhl und können trotzdem noch ein paar Schritte gehen.

Genauso gibt es ‚ Blinde‘ die noch ein bisschen sehen können!

Bestimmt hat der ein oder andere von Euch auch jemanden in der Familie der schlecht sieht , oder schlecht gesehen hat.

Vom Cararact ( Grauem Star ) z.b werden ja sehr viele Menschen getroffen wenn sie älter werden. ( Zum Glück kann man den operieren)

Aber auch MD ( Makuladegneration ist gerade ab einem gewissem Alter sehr weit verbreitet.

Wenn ihr auch manchmal nicht versteht , was eure schlecht sehenden Vewandten oder Bekannten überhaupt sehen, dann schaut euch doch mal das Video auf der folgenden Seite an. Es wird dort sehr schön dargestellt , damit man mal ein bisschen ein Gefühl für die ‚ sehenden Blinden‘ bekommt!

🙂

Hier gehts zum Video ( Klick)

Ein schönes Wochenende wünscht Euch die gut(aus)sehende Diva , die letztens gegen ein Schild gerannt ist 🙂

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