Der SEH-HUND

 Der beste Freund der Welt

Willst Augen Dir und Füße leihen,
um endlich mal mobil zu sein
So hat keiner grad Lust und Zeit,
Es heißt dann höchstens: Tut mir leid!
Frag besser mich noch einmal morgen.
Doch Du hast heut noch was zu besorgen,
Drum sei der Rat hier angeboten,
nimm Dir zwei Augen mit vier Pfoten.
Ein Führhund ist immer stets dienstbereit,
ganz gleich ob es regnet oder schneit.
Du brauchst ihm gar nichts zu versprechen,
und mußt ihn nicht erst schlau bestechen.
Nur Deine Liebe will er haben,
um immer fröhlich loszutraben.
Wenn er Dein ganzes Herz erhält,
hast Du den treusten Freund der Welt.

 

Die Bitten eines SEH-HUNDES

Der Blindenführhund vollbringt eine
außerordentliche Leistung, zu der nur
ein gesunder, wesensfester,
lernfreudiger, gutmütiger und
zugleich selbstbewußter Hund nach
gründlicher Ausbildung und
Einarbeitung mit dem/der Blinden
fähig ist.
Selbst im modernen Großstadtverkehr
bringt der gut ausgebildete Führhund
seinen Herrn sicher an jedes
gewünschte Ziel.
Hierbei umgeht er Hindernisse (selbst
wenn er sie allein leicht unterlaufen
könnte!), zeigt einmündende Straßen
an, erleichtert dem/der Blinden die
oft gefahrvolle Straßenüberquerung
und sucht auf entsprechende
Hörzeichen verschiedenste Objekte
auf, wie Fußgängerüberwege, Treppen,
Türen, Sitzgelegenheiten, bestimmte
häufiger angelaufene Ziele und
manches mehr.

Dadurch gibt der
Führhund dem/der Blinden ein hohes
Maß an Selbständigkeit zurück.
Blindenführhunde arbeiten – wie
eigentlich alle Hunde – gern,
genießen einen besonders engen
Kontakt zu ihrer Bezugsperson sowie
anderen Menschen und können sich in
ihrer Freizeit im Spiel entspannen.
Sie haben damit ein erfüllteres und
artgerechteres Leben als manch
anderer Hund.
Blinde sind auf die Hilfe ihrer
Führhunde angewiesen.

 Diese begleiten
sie deshalb z.B. auch in öffentliche
Gebäude, zu kulturellen oder anderen
Veranstaltungen, in die Kirche, ins
Restaurant, auf Reisen, zum Arzt und
beim Einkaufen.

 Folgerichtig genießt
der Führhund besondere Rechte: So ist
beispielsweise vielerorts sein
Mitbringen in Lebensmittelgeschäfte
veterinärrechtlich ausdrücklich
erlaubt oder zumindest geduldet, und
Blinde dürfen auf Flugreisen ihren
Führhund in die Passagierkabine
mitnehmen.
Den Blindenführhund im Dienst erkennen
Sie daran, daß er ein Führgeschirr
trägt. Dessen Bügel ermöglicht es
dem/der Blinden, alle Bewegungen des
Tieres zu erkennen und jeden
Richtungswechsel sicher mitzumachen.

Wie können Sie helfen?

1. Nicht ablenken oder locken

 – Bitte lenken Sie den Führhund nicht
von seiner Arbeit ab, die viel Konzentration verlangt.

Insbesondere:
Streicheln oder füttern Sie ihn nicht.

Sprechen oder starren Sie ihn
nicht an.

Nehmen Sie Ihren eigenen Hund an die Leine und umgehen Sie das Führhundgespann zügig in einem gewissen Abstand.

 Locken Sie den Führhund nicht, denn er muß bei der blinden Person bleiben.
2. Nicht anfassen

 – Bitte helfen Sie nur durch Zuruf.
Unvermitteltes fremdes Anfassen und Führen machen den Hund unsicher.

Gern könnnen Sie jedoch Ihre Hilfe anbieten.
3. Ampeln

– Bitte sagen Sie dem/der Blinden an Ampelüberwegen, wenn es Grün wird. Der Führhund kann die Verkehrsampel nicht deuten.
4. Keine Rolltreppen

– Fragen Blindenführhundhalter nach
einer Treppe, so ist immer eine normale Treppe gemeint.

Führhunde dürfen keine Rolltreppen anlaufen, da sie sich dort die Pfoten verletzen könnten.

5. Hinweise hilfreich, Gesten aber sinnlos –

 Für Orientierungshinweise sind Blinde sehr dankbar.

So ist es beispielsweise an Haltestellen durchaus hilfreich, die Nummern
einfahrender Bahn- und Buslinien zu nennen.

Werden Sie von Blinden nach dem Weg gefragt, so geben Sie bitte eindeutige Richtungsanweisungen; Gesten sind sinnlos.

6.Ausweichen

 – Bitte erleichtern Sie es dem Führhund, seinen Weg zu finden; geben Sie den Weg frei.

7. Parken –

 Bitte parken Sie so, daß das
Führhundgespann auf dem Gehweg noch vorankommt und Übergänge über die Straße nicht zugestellt sind.
8. Hindernisse

– Bitte sorgen Sie dafür, daß Hecken,
überhängende Bäume, Mülltonnen und andere Hindernisse den Gehweg nicht vollständig versperren, sondern immer noch ein ausreichend breiter und
hoher Durchgang bleibt. Sonst muß der Führhund auf die Fahrbahn ausweichen,
wodurch der/die Blinde und andere Verkehrsteilnehmer unnötig gefährdet werden.

9. Hunde tragen keine Schuhe

 – Bitte werfen Sie nichts auf Gehweg oder Fahrbahn, das die Hundepfoten verletzen könnte, bzw. entfernen Sie derartige Dinge möglichst rasch und vollständig von der Straße. Oder möchten Sie barfuß über Scherben, Kronkorken, messerscharfe Verschlußlaschen von Getränkedosen oder ähnliches laufen?
10. Nicht erschrecken

 – Bitte erschrecken Sie den Führhund nicht z.B. durch Feuerwerkskörper, Schüsse aus Zündplättchenpistolen oder ähnliches; Sie gefährden sonst seine Diensttauglichkeit.
11. Kein Zutrittsverbot für Blindenführhunde –
Bitte denken Sie immer daran, daß Blinde dringend auf ihreFührhunde angewiesen sind und diese, wenn irgend möglich, nicht aus ihrer Obhut geben sollten. Gestatten Sie deshalb Blinden mit ihren Führhunden den Zutritt auch dort, wo Hunde sonst
nicht zugelassen sind, bzw. haben Sie Verständnis dafür, daß sie an solchen Orten gelegentlich Blindenführhunde antreffen. Achten Sie, auch wenn Sie kein Hundefreund sind, dieLeistung
dieser Tiere und deren unschätzbaren Wert für blinde Menschen.

 Wir danken für Ihre Aufmerksamkeit und Ihr Verständnis.

 

Hörzeichen, die ein Führhund kennen sollte

-Sitz                         Sitz-Bleib

-Platz                      Platz-Bleib

-Steh                       Steh-Bleib

-Hier

-Fuß

-Hopp                ( Auto, Bahn oder Bus einsteigen)

 

 

– Pfui (Schnüffeln/Fressen)

-Aus / Gegenstand abgeben)

-Mach schön ( Versäubern)

-Ab (zum Beispiel ins Körbchen gehen)

-Nein ( Korrektur)

-Lauf ( Freizeit)

-So ist brav/So ist fein ( Lob)

-Voran

-Links voran

-Rechts voran

-Links  – Richtungswechsel auf der Stelle

-Rechts- Richtungswechsel auf der Stelle

-Kehrt

-Passieren / Rüber ( Strasse überqueren)

-Such Bord ( Bordsteinkante suchen)

-Führ vorbei/ Such Weg (Hindernis umgehen)

-Folgen

-Such Bank

-Such Tür

– Such Ampel

.Such Bord

-Langsam

-Schnell

-Such Treppe

-Such Zebra

 -Such Brief ( Briefkasten suchen)

Such Automat

– Nach Hause

 

 

  1. Ich habe nach der Begriffsfolge „Manchmal reduziert sich das Leben auf zwei Fragen.pdf“ „gegoogelt“ u. bin so auf Ihre WebSite „http://bordeauxdogge.wordpress.com/2010/01/24/manchmal-reduziert-sich-das-leben-auf-zwei-fragen“ gestossen.
    Doch, – ja: Hat mir nicht geschadet, mich ein paar Minuten an die Schwierigkeiten heranführen zu lassen, die blinde Menschen in der Bewältigung des Alltags haben. – Im Gegenteil: Hat mich erinnert und neu angeschubst, auch ungefragt Hilfestellung anzubieten, wenn ein/e Blinde/r neben mir steht oder geht.
    „May I help You?“ fragen die Engländer und meistens meinen sie es auch so. „Kann ich Ihnen irgendwie behilflich sein?“ werde ich zukünftig gerne öfter fragen. Hoffentlich wird die Frage häufig dankend verneint werden – dann weiss ich, dass alles im Lot ist. Aber manchmal kann es sein, dass genau diese Frage in bestimmter Situation dringend ersehnt wurde – und dann war ich es, der sie im rechten Moment gestellt hat und ein wenig Licht in das Dunkel brachte. … und der selbst sehr viel glücklicher seines weiteren Weges zieht.

    Liebe Grüsse an Sie und überhaupt alle Blinden (mit Ausnahme von denen, die trotzdem Böses inszenieren)
    sendet
    Wevukanix

  2. Hallo Wevukanix
    Ich musste nun selbst erst einmal nach schauen was denn unter : Manchmal reduziert sich das Leben…. steht! 🙂
    Dieser Beitrag hat ja gar nichts mit Blindheit zu tun. Es ist aber schön das sie hier auch etwas anderes für sie Interessantes finden konnten und sie zum Nachdenken brachte.
    Liebe Grüße zurück und schönes Wochenende
    wünscht Diva

    • Hallo DIVA,
      Seit meinem kleinen Gruss erhalte ich in mein eMail-Postfach regelmässig „Divas Anekdoten von donotreply@wordpress.com .
      Ich bitte Dich, die Zusendungen einzustellen. Nicht etwa wegen mangelnder Solidarität, sondern einfach zur Reduzierung meines Posteingangs. Ich merke, dass es mir doch zu viel wird.
      Ich bitte Dich herzlich um Verständnis. Ich wünsche Dir und Deinen Dienstherren alles Gute. Bleibt stark – allle zusammen.
      Mit lieben Grüssen
      Wevukanix

      • Hallo Wevukanix

        Tut mir leid, wenn du dich belästigt fühlst, aber ICH sende dir nichts zu! Entweder hast du meinen Blog selber abonniert, oder du hast die Kommentare abonniert und wirst so automatisch von wordpress benachrichtigt. Du kannst das auch wieder abbestellen, ob ich das hier irgendwie für dich abbestellen kann, weiß ich nicht. Ich seh gleich mal nach, ob ich da etwas finde!
        Lieben Gruss
        Diva

  3. Naben ,
    ich wollte nur sagen ist bestimmt schwer ,
    einen Hund so Auszubilden !
    Ist echt klasse das ihr selber das macht !
    Respeckt 😉

    LG Christoph

  4. Ich bin’s nochmal – Wevukanix.
    Nein, „belästigt“ fühlte ich mich nicht. Ich habe auch herausgefunden, dass ich die Zusendung von neuen Nachrichten von Dir beim WORDPRESS_Manager abbestellen kann. Habe ich auch erfolgreich gemacht.
    Ach so: In diesem meinem (vorerst) letzten Gruss an Dich, will ich noch kurz auf eine sehr interessante und schöne Einrichtung im Hamburger neuen Hafenviertel hinweisen: Da gibt es DIALOG IM DUNKELN
    Die Idee ist denkbar einfach: In völlig abgedunkelten Räumen führen blinde Menschen das Publikum in kleinen Gruppen durch eine Ausstellung. Aus Düften, Wind, Temperaturen, Tönen und Texturen wird ein Park, eine Stadt oder eine Bar gestaltet. Alltagssituationen, die in unsichtbarer Form eine völlig neue Erlebnisqualität erhalten.
    Wer Lust hat, dieses einzigartige Verbindungsglied zwischen Sehenden und Blinden zu erleben, kann sich auf http://www.dialog-im-dunkeln.de informieren – und dann (am besten mit Partner) nix wie hin! Es ist phantastisch! Ein wunderbares Erlebnis zur Stärkung des Gemeinsamkeitsgefühls. (Leider nichts für Menschen mit Panikattacken bzw. Klaustrophobien.
    Also Tschüss dann, für einige Zeit.
    Wevukanix

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