Das Haus der offenen Tür

( Eine kleine Anmerkung , bevor ihr diese Geschichte lest: Diese Geschichte ist nicht erfunden , es ist kein Märchen aus dem Hause der Gebrüder Bordeaux . Sie hat vor zwei Tagen genau so stattgefunden ! ) 

Es ist später nachmittag , oder besser früher Abend .

Wir kommen gerade vom Spaziergang heim . Auf dem Rückweg haben wir noch unseren Menschenmann von der Arbeit abgeholt , so muss er nicht alleine laufen und ich passe auf das er nicht zu schnell wird und bremse ihn regelmässig aus .

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Mittlerweile dämmert es schon!

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Der Menschenmann , Donna und ich steigen in unseren Fahrstuhl . SIE geht noch in den Keller zur Wäsche.

Der Fahrstuhl hier ist genauso lahm wie ich .Langsam setzt er sich in Bewegung und hält auf der letzten , der zweiten Etage an.

Hier befinden sich drei Wohnungen. Links wohnt Verwandtschaft , da war ich schon oft drin , die Wohnung kenne ich und am interessantesten ist dort die Küche und der Kühlschrank der komischerweise immer gleich geöffnet wird wenn ich die Wohnung betrete .

Rechts st unsere Bude .

In der Mitte gibts noch eine Bude . Da war ich noch nie drin und ich wollte die schon immer mal inspizieren . Dort lebt ein älteres Ehepaar . Er Ü 80 und nicht mehr der schnellste , obwohl , er ist minimalst schneller als ich mit seinem Rollator . ( Ich glaub ich brauch einen Rollator ! ) Sie Ü 70 und noch ganz fit und auch noch gut zu Fuss!

Die Wohnungstür steht sperrangelweit auf ! Es brennt kein Licht , obwohl es schon etwas dunkel ist . Der Fernseher läuft und im Licht was das Fernsehgerät abwirft , sehe ich die Dame im Sessel sitzen und höre sie quatschen. Sie telefoniert . Ich frag mich , warum die so oft die Wohnungstür so weit offen stehen hat? Sie macht das öfters . Ich vermute das sie gerne Besuch haben möchte .  Ich hab schon einige male versucht dort hinein zu laufen . Ich muss ja schließlich mal sehen wie so die Nachbarn wohnen , aber meine Menschen hielten mich immer davon ab . Sie meinten das gehört sich nicht!

Heute war die Gelegenheit . Mein Menschenmann hatte mir schon im Fahrstuhl Halsband und Geschirr ausgezogen .

Er steigt aus dem Fahrstuhl aus und gehts schnurstracks nach rechts auf unsere Bude zu , schließt auf und geht rein. Donna geht mit ihm . Er hängt mein Halsband , Geschirr und Leine weg , zieht seine Jacke aus , erst dann fällt ihm auf das ich nicht da bin und Donna steht wieder im Flur und glotzt zur Nachbarsbude , traut sich aber nicht rein , denn sie weiß ja , das sich das nicht gehört .

Der Menschenmann , er sieht ja leider nicht mehr viel und in der unbeleuchteten Bude sieht er noch weniger . Er nimmt mich gerade noch schemenhaft war , wie ich dort durch den Flur in den Wohnraum gehe .

Die Dame , sitzt immer noch da und telefoniert laut , mit laut laufendem Fernseher im Hintergrund . Sie merkt gar nicht das sie Besuch von mir hat .

Der Menschenmann steht wild gestikulierend im Türrahmen und ruft , aber im Flüsterton : “ DIVA ! Diva , komm raus da! “

Er sieht mich mittlerweile nicht mehr . Logisch hab ich hn gehört , aber das weiß er ja nicht .

Dumdidum . Dumdidum . Ich lass mich nicht aus der Ruhe bringen und inspizieren die ganze untere Etage der Wohnung . Komisch , hier öffnet sich leider gar kein Kühlschrank.

Der Menschenmann steht immer noch im Flur und bekommt schon leichte Panikattacken. Er hat ja Anstand und will nicht einfach in die fremde Wohnung laufen und mich herausholen . Ausserdem hat er Angst das die Dame , die immer noch nichts von mir bemerkt hat einen Herzinfarkt vor Schreck bekommt .

Die Menschenfrau ist immer noch im Keller!

Der Menschenmann rennt kurz in unsere Bude und ruft : “ Celina ! Marvin! “

Celina , auch nicht die schnellste ist oben in ihrem Zimmer!

Ich denk mir nur , na ja , bis die unten ist , kann ich auch noch die ganze Wohnung in Ruhe kontrollieren und latsche weiter durch die fremde Bude und beschnupper alles ausführlich . Wann hat man schonmal dazu Gelegenheit?

PLötzlich , steht Marvin im Türrahmen und ich hör ihn mit dem Menschenmann flüstern. “ Da hinten , läuft sie ! “ flüstert er

Logisch , meint er mich! Dann steht auch er wild gestikulierend im Türrahmen und ruft mich im Flüsterton .

Die Dame hat immer noch nichts gemerkt und sitzt immer noch genauso dort und telefoniert wie sie es schon die ganze Zeit macht.

Was nur wenn , die Dame mich plötzlich bemerkt und sich erschrickt ! Sie rechnet ja bestimmt nicht gerade mit Besuch von ihrer Nachbarsdogge! 🙂

Mir wird auf einmal klar , das ich die Dame mit meinem Besuch in Lebensgefahr bringe . Ich will ja nicht , das ihr etwas passiert . Außerdem höre ich den Fahrstuhl , da kommt bestimmt meine Menschenfrau endlich aus dem Keller hoch .

Ich verlasse zügig die Wohnung stelle mich in den Flur und empfange die aus dem Fahrstuhl steigende Menschenfrau , so , als wäre nichts gewesen.

Der Menschenmann und Marvin stehen erleichtert in unserem Wohnungseingang und lachen können sie mittlerweile auch schon wieder! Sie sind heilfroh das die Nachbarsfrau von ihrem unerwarteten Besuch nichts gemerkt hat und erzählen der Menschenfrau was sie verpasst hat .

Alle müssen lachen!

Also hab ich das doch gut gemacht!

Lachen ist gesund und ich bringe meine Menschen immer wieder zum lachen!

Bis bald Eure

Diva

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Über Donna & die blinden Simulanten

Donna packt aus ! Donna erzählt Geschichten und zeigt Bilder aus ihrem Leben mit ihren beiden blinden Simulanten

Veröffentlicht am 29. Oktober 2014 in Allgemein und mit , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 25 Kommentare.

  1. Huchh, das ist ja noch einmal gut gegangen
    Gruss Ayka

  2. Hahahahaha :-D.
    Das hätten wir zu gerne miterlebt. Seeehr witzig und wir können uns die zappelnden flüsternden Zweibeiner im Türrahmen genaustens vorstellen *kicher*.

  3. Huhu Diva,
    perfekt! Du hast nämlich auch mich UND Heidi UND sogar Ulli zum Lachen gebracht! Heidi hat das nämlich Ulli vorgelesen, der ja selbst nie schaut, und auch er konnte sich vorstellen, wie dein Menschenmann an der Wohnungstür stand und gestikulierte.
    Liebes Wuffi Isi

  4. Hallo Diva,
    also, bei unserer Chiquita haetten wir jetzt gesagt, „Nosy old Lady!“ 😉
    Mach’s gut,
    Pit

  5. Ach Diva, was für eine herrliche Geschichte. Du bist ja wirklich immer wieder für einen Lacher gut. Aber so etwas hab ich mich noch nicht getraut, ich gehe nicht in fremde Wohnungen, viel zu unheimlich und stell dir vor, man sperrt mich dort ein. Nee, da bleib ich lieber beim Frauchen.

    Wuff-Wuff dein Chris

  6. *Haha* sehr gut 🙂

    Schlabbergrüße Bonjo

  7. Wow Diva,
    ist ja klar, dass du da mal durchschnüffeln musstest. Zum Glück hat die Dame dich nicht bemerkt…
    Also, solch ein Abenteuer haben WIR noch nicht erlebt.
    wedel.. wedell wuff wuff
    Hayka und A-Yana

  8. Socke-nHalterin

    Puuh, ich dachte schon, da ist jemand eingebrochen. So gefällt mir Eure Geschichte viel besser.

    Viele liebe Grüße
    Sabine mit Socke

  9. *grins* das war ja mal spannend- nur blöd warum der Kühlschrank nicht aufging ?!
    Liebe Schnüffelgrüße von Kessie & Me
    p.s. danke für euren Besuch auf unserem Blog!

  10. Toll, was du alles für ein gutes nachbarschaftliches Verhältnis tust! Wieder einmal voller Einsatz. Das ist sehr lobenswert! 😉
    Liebe Grüße,
    Lotta

  11. Du kannst als Geheimdiensthund anfangen. Die sind da alle unsichtbar und hören nie, wenn man sie anspricht. Und hinterher war’s wieder keiner gewesen.

  12. Ey, das müsst Ihr der Dame mal erzählen. Unglaublich!
    der Roki, lacht immer noch

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