Der sogenannte Kampfhund

Ich gehöre laut Hundeverordnung hier in NRW zwar nicht zu den sogenannten Kampfhunden, aber auch ich habe wegen meines äusseren Erscheinungsbild mit Vorurteilen zu kämpfen und  auch ich bin der Meinung Hund ist Hund ,egal ob groß oder klein und egal ob Rassehund oder Mischling.

Da nun auch in unserer Stadt die Hundesteuer für ’sogenannte Kampfhunde ‚ erhöt werden soll , hat eine Bekannte einen sehr schönen und lesenswerten Artikel auf ihre Website geschrieben, den ich euch gerne zeigen möchte:

 

 

Quelle: Hundeweise : Beratung für Mensch und Hund

 

Dormagen hat sich entschieden, eine hohe Steuer für die Halter von so genannten Kampfhunden zu erheben.

Der eine begründet es damit, diese Hunde aus dem Stadtbild zu entfernen, der andere nennt das Loch in der Kasse als Grund.

Mir ist es ehrlich gesagt egal, warum diese Steuer erhoben wird. Mich ärgert, DASS sie erhoben wird.

Der Gesetzgeber hat mal beschlossen, dass Hunde bestimmter Rassen gefährlich sind und somit werden die Haltungsbedingungen extrem erschwert.

Da sind wissenschaftliche Studien, die diese angenommene Gefährlichkeit deutlich widerlegen einfach irrelevant und werden überhaupt nicht beachtet.

Die Medien spiegeln den Menschen falsche Tatsachen vor, nur um kontrovers zu sein.

 

Ich habe fünf Jahre lang einen wundervollen American Staffordshire Terrier halten dürfen. Seit April halte ich einen Ridgeback-Labrador-Mischling. Für mich sind beides Hunde, da ist ein Kopf dran, vier Beine und hinten befindet sich eine Rute.

Äußerlich ähneln sie sich sehr, charakterlich sind sie recht unterschiedlich.

Ich mache keine Unterschiede, für mich ist ein Hund ein Hund, egal welcher Rasse er zugehörig ist.

Im Training habe ich sehr viele unterschiedliche Hunde, deren Charaktere sich aufgrund genetischer Disposition, Aufzucht und gelebter Erfahrungen ausgebildet haben.

 

Als ich mit meinem Staff spazieren war kam eine Dame auf uns zu und war völlig entzückt aufgrund der netten Falten auf der Hundestirn. Sie herzte und knuddelte meinen sehr erfreuten Hund und sagte:“ Das ist aber ein netter Boxer! Wir hatten auch mal einen Boxer.“ Ich erwiderte:“ Das ist kein Boxer, das ist ein American Staffordshire Terrier.“

Ich hatte den Satz noch nicht beendet, da riss die Dame ihre Arme hoch und flüchtete von dannen.

 

Als ich dieses Jahr plante wieder einen Hund zu mir zu holen hätte ich sehr gern wieder einen so genannten Kampfhund aufgenommen. Es sitzen so viele dieser tollen Tiere in den Tierheimen und warten meist vergeblich auf ein Zuhause. Da ich aber berufstätig bin brauche ich eine Tagesbetreuung. Ich fand niemanden, der einen „solchen“ Hund betreuen wollte. Und das ist noch nicht mal vorwurfsvoll gemeint, die Auflagen sind sehr streng und kaum ein Mensch möchte sich anpöbeln lassen, weil er einen „solchen“ Hund an der Leine hat.

 

Am aller schlimmsten ist jedoch der Rassismus unter den Hundehaltern. Die einen argumentieren mit einer Beißstatistik, wo der Deutsche Schäferhund ganz oben vertreten ist. Ist auch logisch, denn wenn es in einer Stadt 100 Schäferhunde und 2 Pitbulls gibt kann da nichts verglichen werden. Daher sind solche Statistiken nicht sonderlich hilfreich. Sie schüren nur Missgunst zwischen den Haltern und das ist der falsche Weg.

Die anderen zeigen mit den Fingern auf Kleinhunde, die ja eigentlich keine „richtigen“ Hunde sind und wieder andere betrachten Pitbull, Staff und Co als gefährliche Waffen.

Wir Hundehalter müssen zusammen halten, egal ob wir einen Chihuahua oder einen Irischen Wolfshund führen. Die Liebe zum Hund ist doch nicht rassistisch! Natürlich präferiert man bestimmte Hundetypen, das ist ganz normal. Aber deswegen finde ich doch nicht alle anderen Rassen blöd oder gar gefährlich.

 

Wer einen so genannten Kampfhund halten möchte hat einen schweren Weg zu nehmen. Die Haltererlaubnis wird nur bei öffentlichem Interesse und einem einwandfreien polizeilichen Führungszeugnis erteilt. Dazu ist noch ein Sachkundenachweis erforderlich, der beim Amtsveterinär abgelegt wird. Um den Hund dann noch ohne Maulkorb führen zu dürfen, absolviert der Hund einen Wesenstest.

Und nun darf man für diesen ganzen Aufwand auch noch eine 5-fach so hohe Steuer bezahlen.

Die Erhöhung der Steuer wird aber weder helfen die Kassen zu füllen, noch das Stadtbild von diesen Hunden zu „befreien“. Bei 25 angemeldeten Listenhunden in Dormagen kann sich jeder selber ausrechnen, was da in die Kasse fließt.

Und das angesprochene „Klientel“ welches diese Hunde vornehmlich hält tut dies eh illegal und zahlt demnach sowieso keine Steuern.

Wird der Hund beschlagnahmt und ins Tierheim verbracht fährt man einfach an eine osteuropäische Grenze und kauft sich dort aus einem Kofferraum einen neuen Hund.

So einfach ist das.

Am 13.09.2012 ist mein Staff 2 Jahre tot.

Dieser Hund hat viele Menschen verzaubert, ihnen die Angst vor Hunden genommen und mein Leben enorm bereichert. Anfeindungen haben wir beide weg gelächelt.

Ich habe letztes Jahr im Tierschutzverein Pitbull, Stafford und Co in Köln unglaublich tolle Hunde und auch Menschen kennen gelernt, die ich niemals vergessen werde.

Wenn einem ein misshandelter Hund sein Vertrauen wieder schenkt ist das ein wahnsinnig großes Geschenk für das man dankbar sein darf.

Egal um welche Rasse es sich handelt.

Aus Unwissenheit Leute zu denunzieren und bestimmte Rassen zu verurteilen entsetzt mich und macht mich traurig.

Und wer ist am Ende wieder mal der Leidtragende?

Das Tier.

 

alt

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Über Donna & die blinden Simulanten

Donna packt aus ! Donna erzählt Geschichten und zeigt Bilder aus ihrem Leben mit ihren beiden blinden Simulanten

Veröffentlicht am 10. September 2012, in Allgemein. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 6 Kommentare.

  1. Hallo Diva,

    wir durften die Empörung darüber ja schon intensiv auf Facebook verfolgen, und auch diesen Artikel haben wir gelesen.
    In NRW und in Hessen (wo ich vorher gelebt habe) war/bin ich ja auch so ein ganz gefährlicher Kampfhund 😦
    Hier in Rheinlandpfalz kann und darf ich einfach Hund sein.
    Aber am schönsten fanden wir es bei den Halbgoldenen, da gibt es keine Rasseliste!! An Nidersachsen können sich die anderen Bundesländer mal ein Beispiel nehmen!

    Aber hier, wo ich wohne, gibt es das steuerlich gesehen auch nicht. Hier ist jeder Hund gleich. Ein SoKa kostet genauso viel wie ein Yorkshire.

    Liebes und empörtes Wuff,
    Barry

  2. …sehr spannend zu lesen…
    und für dich…. wie auch für Frauchen nicht immer leicht zu erklären…
    dass du nicht dazu gehörst….
    Bei uns ist das nach Kantonen geregelt… total wirr… und ich bin mir sicher…
    keiner weiss genau… in welchem Kanton was gilt…. tzzz….
    Ich grüss dich ganz lieb,
    Nathalie

    • Hallo Nathalie
      Für uns gehört eigentlich überhaupt kein Hund dazu, auch wenn es diese Listen gibt! Menschen sind einfach kompliziert! Ich bin mir auch sicher, das viele gar nicht wissen wo was ein ‚Listenhund‘ ist und wie überhaupt die verschiedenen Rassen auf der Liste aussehen. Manche denken einfach: Kompakter kräftiger Hund gleich Kampfhund….so ein Quatsch! L.G. Diva

  3. Tolle Webseite!! Ich habe nämlich auch eine kleine Hundeseite. Es Grüßt ganz lieb eine Tierliebhaberin aus Rostock. 🙂

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