Der Führhund-Was er leisten kann und muß

Wer sich für die Arbeit von Führhunden interessiert, sollte sich dies anhören und durchlesen.

Eine Hörprobe aus dem Film von Kathrin Backhaus

http://www.backis-welt.de/images/film.zip

und hier eine Beschreibung zum Film:

http://www.backis-welt.de/filmablauf.php

 

Bei uns ist es ein wenig anders. Da Donna nicht von einer Führhundschule kommt, sondern von unserer Menschenfrau selber nur zu ihren Zwecken ausgebildet wird.

Was ist anders?

Donna trägt kein Geschirr mit Bügel!

Sie mag das nicht! Sicher könnte man sie dran gewöhnen, aber meine Menschenfrau hält das nicht für nötig. 🙂 Für sie reicht ein normales Geschirr und die Leine wird relativ kurz gehalten wenn sie arbeiten muß.

Donna darf aber auch je nachdem wo wir sind an der Leine und im Geschirr schnuppern und sich auch lösen. Die Leine wird dann länger gelassen und das hat Donna auch verstanden.

Donna lässt sich noch zu sehr von anderen Hunden ablenken, das ist aber nicht schlimm, wir üben dran. Sie ist ja noch ein sehr junger Hüpfer und muss noch nicht perfekt sein.

In der Woche ist unsere Menschenfrau fast immer mit uns BEIDEN alleine unterwegs. Sie hält mich an der rechten Hand und Donna links, auch wenn ich dabei bin, macht Donna das was sie tun soll sehr gut.

Anders ist es Sonntags. 🙂 Da geht unser Menschenmann auch mit und meine Leine wird von ihm gehalten. Das irritiert Donna etwas , sie ist ein wenig verunsichert und guckt immer was ich mache. Auch da üben wir dran.

Geht meine Menschenfrau aber von Anfang an mit Donna alleine aus dem Haus ist sie sehr zuverlässig und selbstsicher. Das Mädchen hat keine Angst ohne mich, da wir das von Anfang an immer wieder geübt haben! 🙂 Auch größere Ausflüge mit Bus und Bahn meistert Donna sehr gut ohne mich.

Andersherum, wenn Donna allein zu Hause sein soll und ich mit der Menschenfrau mitgehen soll, das findet Donna nicht so prickelnd! Donna ist nicht gern allein zu Haus, man kann das auch schonmal an ihrem Gejammer hören. 🙂

Was kann Donna sonst schon so?

Sie zeigt zuverlässig Bordsteinkanten an. (Das ist für meine Menschenfrau sehr wichtig)

Sie zeigt zuverlässig Treppen an (auch sehr wichtig) Auch bei längeren Treppen zeigt sie schön jeden einzelnen Treppenabsatz an, egal ob es hinauf oder hinunter geht.

Türen ( Ausgänge) zeigt sie zuverlässig an, besonders wichtig bei Glastüren und bei der von meiner Menschenfrau gehassten Drehtüre!

Fahrstühle zeigt sie auf das Kommando ‚Lift‘ an.

Bushaltestellen und auch den Buseinstieg zeigt sie perfekt an, legt sich dann ruhig hin und wartet auf das schnalzende Geräusch meiner Menschenfrau , wenn wir aussteigen sollen.

Hindernisse die im Weg stehn umgeht sie (fast )  🙂 immer zuverlässig.

Sie kann auch Bänke und Mülleimer anzeigen, das finden wir aber nicht sooo wichtig.

Höhenhindernisse kann sie noch gar nicht. Das ist auch sehr sehr schwer das einem Hund beizubringen.

Gar nicht ist eigentlich gelogen. Etwas kann sie schon. Sie weiß z,b das sie nicht unter Stangen oder Schranken herlaufen soll wenn sie an der Leine ist, das macht sie auch nicht, aber Höhenhindernisse wie runterhängende Äste , die erkennt sie nicht. Meine Menschenfrau hat halt hin und wieder mal ein Stück Baum im Gesicht! 🙂 🙂 🙂

Sie kennt alle Bodenuntergründe die es so gibt und geht problemlos drüber.

Grundsätzlich haben wir aber eigentlich mehr Freizeit als Arbeitszeit und wir verbringen sehr viel Zeit offline im Wald, auf dem Feld und auf den Rheinwiesen. Dabei schalten wir auch komplett ab und entspannen uns!

Wenn wir ohne Leine unterwegs sind, dann sind wir Hunde wie jeder andere und dürfen auch spielen und toben wie jeder andere,  nur dürfen wir nicht zu weit von unseren Menschen weglaufen. Sie müssen uns sehen und /oder hören können

Ich kann nur sagen:

SCHÖN IST UNSER LEBEN!

Und wenn ihr denkt, ich würde nur auf meiner faulen Haut liegen, oder auf meinem Dickarsch sitzen, dann habt ihr aber falsch gedacht!

Ich kann das nämlich auch alles, ich mach das aber nur wenn ICH Lust darauf habe. Bin halt ein kleiner Sturkopf! Ausserdem bin ich meinen Menschen zu langsam, bis ich ersteinmal reagiere sind die schon längst irgendwo gegen gelaufen! 🙂

Aber…

Ich bin jetzt Haushaltshilfe. Ich mache total gerne Schranktüren und Schubladen zu, dabei bin ich sogar ziemlich zügig, das kennt man sonst gar nicht von mir.

Ausserdem mache ich total gerne Dogdance Tricks!

Ich bin das tanzende Elfchen! Wirklich! Das macht mir auch total Spaß! Wir müssen uns unbedingt mal dabei filmen lassen. Ihr werdet staunen wie beweglich ich Elfchen sein kann. Wenn ICH will, aber das will ICH meistens! 🙂

Wenn wir den Dogdance Kram üben muss einer von uns immer ausgesperrt werden. Wir reissen uns darum, jeder will als erstes und das meiste machen. Wirklich zum schief lachen. Donna wird meist so hektisch dabei, das sie alles was sie schon kann fast gleichzeitig machen will nur um ein Stück Wurst abzusahnen. Wenn das falsch ist, kriegt sie nichts und wird dann immer wütend! Ich lach mich schlapp über diese Hektikerin.

In der Ruhe liegt die Kraft, das meinte doch schon Konfuzius! 🙂

Nun denkt ihr vielleicht wir wären total überforderte Hunde!

Hmm! Nein so schlimm ist es noch nicht!

Ich hab bisher noch keinen Burnout bekommen!

🙂

Bis bald

Eure

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Über Donna & die blinden Simulanten

Donna packt aus ! Donna erzählt Geschichten und zeigt Bilder aus ihrem Leben mit ihren beiden blinden Simulanten

Veröffentlicht am 5. November 2011, in Donna's Weg zum Seh-Hund. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 10 Kommentare.

  1. Sehr interessanter Beitrag. Ich habe letzten Sommer auf der BuGa in Koblenz eine Vorführung von Führhunden miterleben dürfen. Das war sehr beeindruckend. LG

  2. Unsere Blindenhunde (also die aus der Familie meiner Menschenmama) haben das mit den Hindernissen von oben auch nicht hingekriegt. Wenn Zweige auf den Gehweg ragten, weil die Nachbarn zu faul waren, sie wegzumachen, dann hat der Vater auch die volle Ladung ins Gesicht gekriegt. Vielleicht ist es für Hunde zu viel verlangt, auch noch nach oben aufzupassen. Ihre natürlichen Feinde – stammesgeschichtlich gesehen – kamen ja wohl eher nicht aus der Luft, von daher leuchtet es mir ein, dass sie sich heute noch auf andere Regionen konzentrieren.

    • Hallo Max

      Ich finde das auch Wahnsinn, auch noch von oben aufzupassen. Nur wenige Hunde beherrschen das wirklich gut. Aber so schlimm finde ich das auch nicht. Sind die Hunde doch auch ohne das anzeigen von Höhenhindernissen RIESENHILFEN. Aber der Nachbar hätte trotzdem die Äste wegmachen können!
      L.G. Diva

  3. Hi Diva,
    einen sehr interessanten Beitrag hast du hier online gestellt. Danke auch für die Links.
    Dass ihr ansonsten ganz normale Hunde mit traumhaften Leinenhaltern seid, davon konnte ich mich ja schon persönlich überzeugen.
    Dass ihr aber auch soooo viel lernt, das schadet nix.
    Übrigens mal einen Ast im Gesicht, das finde ich nicht schlimm. SIE soll sich nicht so haben!
    Liebes Wuffi isi

    • Hi Isi
      Mit dem Ast im Gesicht, hast du vollkommen Recht. Das ist gut für die Durchblutung! 🙂 Schön das dir der Beitrag gefallen hat.
      L.G. Diva

  4. Absolut interessant, sag ich mal als Kater, der den Tag meistens verdöst 😦 Ihr Zwei habt meine größte Bewunderung und ich freu mich für euch, dass ihr bei allem, was ihr lernen sollt, auch spielen dürft aber etwas anderes könnte ich mir von Anja auch nicht vorstellen. Das es aber auch Artgenossen von euch gibt, die sogar vor Ästen/Zweigen von oben warnen, das will nun überhaupt nicht in meinen Kopf rein, ist für mich schier unvorstellbar, weil doch auch ein Mensch dort hingucken soll, wo er hinpeddet und kein Hans-guck-in-die-Luft sein soll. Hochachtungsvoll; PIT

    • Lieber Pit
      Mir ist auch so manches unbegreiflich und was ich nicht sinnvoll finde, das mache ich auch nicht gerne. Sollen die doch selber aufpassen. Ich renn ja auch ab und zu mal gegen einen Baum! 🙂
      L.G. Diva

  5. Hallo Liebe Diva,
    vielen Dank für den informativen Bericht, ich kann mir gut vorstellen, wieviel Arbeit in der Ausbildung von Donna steckt.
    (Ich denke nur an Tayler, wieviel Nerven es gekostet hat, ich ordentlich zu erziehen)
    Aber ich habe auch eine Frage:
    „Versteht“ Donna, dass kurze Leine = Arbeiten ist?
    Bei einer Bekannten, die einen Schäferhund als Führhund nutzt ist das so:
    Geschirr an = Arbeiten
    Geschirr aus = Toben.
    Herzliche Grüße,
    Eure Mona mit Anhang

    • Hallo Mona
      Die Führhunde aus den Führhundschulen werden immer so ausgebildet, das Geschirr aus, Feierabend ist. Mit dem richtigen Führgeschirr mit Bügel wäre auch ein toben gar nicht möglich.
      Da Donna kein Geschirr mit Bügel trägt, hab ich es ihr anders beigebracht. So muss ich nicht jedesmal das ganze Geschirr ausziehen und Donna versteht das trotzdem. Grundsätzlich lasse ich Donna aber nie an der Leine mit anderen Hunden toben, an der Leine herrscht immer eine gewisse Disziplin auch wenn ich sie länger lasse. Richtig frei hat sie ohne Leine. Ich lasse sie eigentlich überall wo es möglich ist frei laufen.
      Aber selbst ein anderer Führhund , der es anders gelernt hat, beherrscht ja auch noch ohne Geschirr die Kommandos die er gelernt hat, das Geschirr ist ja kein Wunderding ohne das der Hund nicht funktioniert und auch ein solcher Hund flippt nicht gleich aus und tobt sofort wenn ihm das Geschirr ausgezogen wird. Es soll für den Hund nur bedeuten das er nun nicht mehr zu führen braucht!
      Aber auch in anderen Hundesportbereichen wird es den Hunden oft so beigebracht, das Geschirr an, arbeiten bedeutet und Geschirr aus, frei ist.
      Ist halt immer eine Sache wie es gelernt wird . Für mich funktioniert das so gut!
      L.G. Anja

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