Wer ist wo ein Listenhund

Viele deutsche Bundesländer führen in ihrer Hundeverordnung “Listenhunde”, die als „gefährlich gelten“ oder deren „Gefährlichkeit vermutet“ wird.

 

Befürworter von Rasselisten vertreten den Standpunkt, dass mit dieser Definition der Schutz der Bevölkerung vor Hundeangriffen erhöht wird.
Derzeit gibt es in fünf Bundesländern abgestufte Rasselisten (1 = als gefährlich aufgeführt und 2 = Gefährlichkeit wird vermutet), wie zum Beispiel in Nordrhein-Westfalen.

 

In neun weiteren Bundesländern gilt je eine Rasseliste (ohne Abstufung).

Die restlichen drei Länder, u. a. auch Thüringen, haben sich gegen Rasselisten ausgesprochen. Hier ist man der Meinung, dass ein Hund erst durch falsche Haltung aggressiv gegenüber dem Menschen wird – und damit ein klares Votum gegen die Diskriminierung ganzer Hunderassen gesetzt.
Derzeit gibt es zehn verschiedene Definitionen dafür, welche Hunderassen genetisch bedingt gefährlich sein könnten. Tatsächlich hat jedes Bundesland eine andere Lösung für das Problem gefunden. So gelten bestimmte Rassen in Berlin als ungefährlich und in Bayern als aggressiv, wie der folgenden Rasseliste zu entnehmen ist.

 

 
Gefährliche“ bzw. als „gefährlich vermutete“ Rassen sind:

 

 
•Alano (Bayern, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen)

 

 
•American Bulldog (Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen)

 

 
•American Pitbull Terrier (Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Schlesweg-Holstein)

 

 
•American Staffordshire Terrier (Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Schlesweg-Holstein)

 

 
•Bullmastiff (Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Hamburg, Nordrhein-Westfalen)

 

 
•Bullterrier (Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Schlesweg-Holstein)

 

 
•Cane Corso (Bayern, Brandenburg)

 

 
•Dobermann (Brandenburg)

 

 
•Dogo Argentino (Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Hamburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen)

 

 
•Dogue de Bordeaux (Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Hamburg)

 

 
•Fila Brasileiro (Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Hamburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen)

 

 
•Kangal (Hamburg, Hessen)

 

 
•Kaukasischer Owtscharka (Hamburg, Hessen)

 

 
•Mastiff (Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Hamburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen)

 

 
•Mastin Espanol (Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Hamburg, Nordrhein-Westfalen)

 

 
•Mastino Napoletano (Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Hamburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen)

 

 
•Perro de Presa Canario (Bayern, Brandenburg)

 

 
•Perro de Presa Mallorquin (Bayern, Brandenburg)

 

 
•Rottweiler (Bayern, Brandenburg, Hamburg, Nordrhein-Westfalen)

 

 
•Staffordshire Bullterrier (Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Schlesweg-Holstein)

 

 
•Tosa Inu (Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Hamburg, Nordrhein-Westfalen)



 

 

[Stand: März 2009]


Für diese aufgeführten „Listenhunde“ gelten rassespezifische Sonderregeln, die von Leinen- und Maulkorbzwang, Chippflicht, Versicherungs- und Genehmigungspflicht sowie Pflicht zur Sachkundeprüfung bis hin zum Haltungsverbot reichen. In den meisten Bundesländern kann der Hund nach Bestehen eines Wesenstest von den ihm vorgeschriebenen Maßnahmen befreit werden.

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